Seidl: Direktflug nach Bagdad

Siegfried H. Seidl

Direktflug nach Bagdad

Paperback, 138 Seiten

mit 9 Farbbildern

ISBN 978-3-944512-32-7

Preis Euro 20,00

 

 

 

 

 

 

 

»Was wäre geschehen, wenn die westlichen Regierungen in den Jahren 2002 und 2003 andere Entscheidungen getroffen hätten oder der Angriff auf Bagdad in letzter Minute abgesagt worden wäre? Auch nach meiner heutigen Einschätzung hätte es jedenfalls ein enormes Glaubwürdigkeitsproblem auf Seiten des Westens geschaffen. Glaubwürdigkeit ist eine wichtige Münze der realpolitischen Außen- und Sicherheitspolitik, die so oft als Argument gegen den III. Golfkrieg zitiert wird.
Ohne den Angriff hätte Saddam Hussein oder einer seiner ihm nachfolgenden Söhne die diplomatische Schwäche des Westens ausgenutzt und nach gelockerten oder aufgehobenen Sanktionen ungehemmt mit russischer oder gar westlicher Technologie wieder die Aufrüstung mit ABC-Waffen inmitten des Nahen und Mittleren Osten betrieben, so dass sich die Notwendigkeit eines militärischen Eingriffs von außen vermutlich nur auf einen ungünstigeren Zeitpunkt verschoben hätte. Israel hätte auf einen Angriff bestanden.
Oder den Irak hätte dasselbe Schicksal wie Libyen und Syrien Anfang des Jahres 2011 ereilt, indem die junge Bevölkerung auch in Bagdad auf die Straße gegangen wäre, um den Diktator aus dem Amt zu jagen. Dann sähen wir uns heute einem ähnlichen Szenario wie im ebenfalls von der Baath-Partei regierten Syrien gegenüber, das trotz geringerer Einwohnerzahl bereits mehr als doppelt soviel Todesopfer gefordert hat wie die US-Intervention im Irak, und nach wie vor Millionen von Flüchtlingen generiert hat.
Die vielen unnötigen Opfer des III. Golfkrieges haben wenig mit der Entscheidung der US-Regierung zu tun, einen gewaltsamen Regimewechsel herbei zu führen, denn bereits nach wenigen Wochen wird die Statue des Diktators Saddam Hussein in Bagdad vom Sockel gerissen. Ein Land wird mit Hilfe des Westens befreit! Ein regionaler Dauer-Aggressor wird für immer entmachtet und ausgeschaltet, was dem Frieden in der Region unbestreitbar dient… «(aus dem Nachwort)

»Die Erzählungen liefern ein interessantes Bild für die Einstellungen der Anhängerschaft und der Akteure des Regimes von Saddam Hussein. Das Buch ist ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument.«
Dr. Awat Asadi

Auszug aus dem Inhlt:

Direktflug nach Bagdad
Tagebuch einer deutschen Delegationsreise in den Irak
vom 1. bis zum 4. Juni 2001

Im Kanzleramt I
I. Memorandum

Bildteil (Neun Bilder / Impressionen zur 1. und 2. Reise)

Informelle Gespräche in Bagdad
Tagebuch einer Informationsreise
vom 18. bis zum 25. November 2001

Im Kanzleramt II
II. Memorandum

Schödlbauer: Die Grenzen der Welt

Ulrich Schödlbauer

Die Grenzen der Welt

Essays - Band 2

Paperback, 377 Seiten

ISBN 978-3-944512-20-4

Preis Euro 24,00

 

 

 

 

 

 

»Der Part des akademischen Intellektuellen endet dort, wo er, dem klassischen Verständnis nach, beginnt: sobald er sein Verhältnis – beziehungsweise das Verhältnis des Geistes – zur Macht bestimmt. Es könnte gut möglich sein, dass all jene, die darin nur Feigheit oder Borniertheit zu sehen vermögen, sich grundlegend täuschen, insofern sie die Machtkonstellation, der sie die Gelegenheit zur eigenen Rede verdanken, vordergründig aus ihren Überlegungen ausblenden, um sie desto gewisser in ihr zu rekapitulieren. Es ist nicht nötig, dass Macht aggressiv auftritt und in Soldatenstiefeln und Uniformen auftrumpft: jede faktische Konstellation enthält genügend Anreize, sich so und nicht anders in Szene zu setzen, und keiner, der in ihr das Wort führt, sollte sicher sein, dass unter seinen Zuhörern nicht auch solche sitzen, denen die Situation das Wort verbietet oder abschnürt. Er darf es nicht einmal wünschen: unter seinesgleichen zu sein, bedeutet den schlimmsten anzunehmenden Unfall.«

...

»Die Fremdheit lokaler oder nationaler Traditionen in der modernen Welt ist aber ein Thema, auf das sich Sieger und Verlierer, Opfer und Täter, Kolonisierer und (De-)Kolonisierte innerhalb der ›gegenwärtigen Weltkultur‹ gleichermaßen einigen können. Es ist ein universales Thema für eine sich universalisierende Welt. Die Götter landen gewöhnlich nur einmal – in der Normandie oder wo auch immer. Danach gilt es, die Grenzen der Welt neu zu erfinden, indem man über den festgezurrten Macht- und Verkehrsverhältnissen das Spiel des Eigenen und des Fremden als ein mentales Ereignis inszeniert. Dieses Spiel ist an keine bestimmte Sprache und keine bestimmte Überlieferung gebunden. Buchstäblich kann es jederzeit an jeder beliebigen Stelle beginnen.«

 

INHALT

Vorwort des Autors

Die Grenzen der Welt

Croces Türken

Über den allegorischen Charakter der Kultur

Im Labyrinth des Heiligen

Coverversion. Giorgio Agamben und die Seinen

Die Wirksamkeit der Scham

Elitärer Egalitarismus

Sarrazin: Der asymmetrische Sexus

Denkverbrechen

Anmerkungen zur Reformgesellschaft

Exkurs über den Exzess

Lektüre des Neuen

Die Globusfalle

Bildungsmanöver

Lügen als eine Signatur der Moderne

Demokrat sein. Eine Replik

Die Ordnung des Geldes

Staatskrise als Menetekel der Moral

Klima und Apokalypse

Bibliografie

Aufsätze zur Medizin- und Wissenschaftsgeschichte

Klaus Bergdolt

Aufsätze zur Medizin- und Wissenschaftsgeschichte

Gebunden, 493 Seiten

ISBN 978-3-944512-27-3

Preis Euro 38,00

 

 

 

 

 

 


Klaus Bergdolt, ehemaliger Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln, präsentiert hier ausgewählte Aufsätze zur Medizin-, Wissenschafts- und Ethikgeschichte. Für eine Analyse der gegenwärtigen westlichen Medizin erscheint, so seine These, der historische Rückblick unverzichtbar, stellt diese doch ein Produkt unterschiedlichster kultureller Strömungen dar, die sie zu verschiedenen Zeiten nachhaltig prägten.

Schödlbauer: Macht ohne Souverän

 

 Vergriffen / Nicht mehr lieferbar

 

 

Ulrich Schödlbauer

Macht ohne Souverän

Die Demontage des Bürgers im Gesinnungsstaat

 

Paperback, 383 Seiten

ISBN 978-3-944512-25-9

Preis Euro 24,00

 

Soweit die Überlegungen dieses Buches von einer These getragen werden, wäre es diese: Der unter Druck geratene liberale Staat ist es wert, verteidigt zu werden – weniger gegen die ständig bemühte Drohkulisse aus ›rechten‹ und ›linken‹ Pappkameraden zugunsten einer aufs jeweils eigene Interessenspektrum zurechtgeschneiderten ›Mitte‹, sondern gegen die Zauberlehrlinge und Menschenmeister einer Weltgesellschaft, deren postulierte Erfordernisse sie besser zu kennen scheinen als die artikulierten Bedürfnisse von Menschen, in deren Namen sie handeln und für die sie daher in vollem Ernst die Verantwortung tragen. Die Souveränität des Volkes wurde zu schwer erkauft, um sie eilends einem Weltphantasma zu opfern.
Das schließt Verantwortung gegen die wirkliche Weltgemeinschaft nicht aus.


Hat die politische Klasse in Deutschland die Nerven verloren, als ihre Kanzlerin sich zum Idol aller ›refugees‹ aufschwang, Englands Brexit den europäischen Einigungsprozess widerrief und Donald Trump die Wahl zum US-Präsidenten gewann? Viele, darunter nicht wenige Ernüchterte des Betriebs, meinen, sie habe in den entscheidenden Tagen und Wochen Verstand, Urteilsvermögen und Augenmaß, kurz, den ›Kontakt zur Wirklichkeit‹verloren, wo auch immer man letztere an zusiedeln bereit ist.

Vor der Einsicht steht die Analyse, jedenfalls sollte sie dort stehen.